Steht auf der Packung "zu verbrauchen bis", wird das Lebensmittel nach diesem Datum nicht mehr gegessen. Beim Mindesthaltbarkeitsdatum dagegen kann ein korrekt gelagertes, ungeöffnetes Produkt häufig noch verwendbar sein. Dann zählen Verpackung, Lagerung und ein stufenweiser Sinnescheck.
Was die beiden Angaben bedeuten
Das Mindesthaltbarkeitsdatum nennt den Zeitpunkt, bis zu dem der Hersteller bei vorgeschriebener Aufbewahrung typische Eigenschaften wie Geschmack, Geruch, Farbe oder Konsistenz garantiert. Es ist kein automatisches Wegwerfdatum. Das Verbrauchsdatum steht auf mikrobiologisch besonders leicht verderblicher Ware. Nach seinem Ablauf können Krankheitserreger vorhanden sein, ohne dass Geruch oder Aussehen warnen.
Das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung erklärt beide Datumsarten und rät, Ware nach überschrittenem Verbrauchsdatum nicht mehr zu verwenden. Ein Probieren ist dort kein geeigneter Test.
MHD überschritten: in dieser Reihenfolge prüfen
- Lagerbedingungen: War die vorgeschriebene Kühlung eingehalten? Eine unterbrochene Kühlkette lässt sich nicht durch das Datum ausgleichen.
- Verpackung: Aufgeblähte, undichte, stark beschädigte oder rostige Behälter werden nicht geöffnet und probiert.
- Aussehen: Schimmel, ungewöhnliche Verfärbung, Schädlingsbefall oder Gasbildung sind Ausschlussgründe.
- Geruch: Ranzig, gärig oder anders auffällig bedeutet entsorgen.
- Vorsichtig kosten: Nur bei Lebensmitteln, für die kein Verbrauchsdatum gilt und die alle vorherigen Prüfungen bestanden haben.
Nach dem Öffnen kann die Haltbarkeit deutlich kürzer sein. Hinweise wie "nach dem Öffnen gekühlt lagern und innerhalb von … verbrauchen" werden unabhängig vom ursprünglichen MHD beachtet.
Typische Grenzfälle
Bei trockenem Reis, Nudeln oder ungeöffneten Konserven sind trockene Lagerung und unbeschädigte Verpackung zentral. Milchprodukte können nach dem MHD noch in Ordnung sein, wenn Kühlung und Sinnesprüfung passen. Schimmel an weichen oder feuchten Lebensmitteln wird nicht großzügig abgeschnitten; unsichtbare Strukturen können weiter reichen.
Für selbst gekochte Speisen gibt es meist kein aufgedrucktes Datum. Entscheidend sind schnelle Abkühlung, saubere Behälter, Kühlschranktemperatur und kurze Lagerung. Wenn Zeitpunkt oder Kühlverlauf unklar sind, ist Wegwerfen sicherer als Probieren.
Datumsangabe gilt nur unter Bedingungen
Beide Daten setzen die aufgedruckte Lagerung voraus. Ein gekühltes Produkt, das lange warm stand, wird nicht dadurch sicher, dass das Datum noch nicht erreicht ist. Umgekehrt verlängert Einfrieren die verwendbare Zeit nicht pauschal: Produkt, Einfrierzeitpunkt, Verpackung und Auftauen müssen passen.
Merksatz: MHD überschritten bedeutet prüfen. Verbrauchsdatum überschritten bedeutet nicht mehr essen. Bei Risikogruppen, unklarer Kühlung oder auffälliger Verpackung wird vorsichtiger entschieden.
Stand der Lebensmittel- und Verbraucherinformationen: 22. Oktober 2026.